C. G. Jung-Institut Stuttgart

Fortbildung Analytische Psychologie und Kunsttherapie 2011
(Zertifizierte Fortbildung im Rahmen der Qualitätssicherung)

Für Therapeutinnen und Therapeuten und Berufstätige in sozialen, pädagogischen oder beratenden Berufen, Interessierte aus anderen Berufssparten

Voraussetzungen
Bereitschaft zur Erfahrungen mit verschiedenen elementaren bildnerischen und plastischen Gestal-tungsmitteln sollte mitgebracht werden, sowie Neugier auf bisher unbewusste Inhalte.

Künstlerische Vorbildung und Können sind nicht erforderlich.

Fortbildungsinhalte
Die Fortbildung soll Grundkenntnisse zum Prozess der Entstehung und zum Umgang mit Bildern und plastischen Gestaltungen im therapeutischen Kontext vermitteln. Zunächst soll ein Zugang zu eigenen inneren Bildern geschaffen werden, die einerseits bewusst wie Fotos abgespeichert sind, andererseits aber durch den Prozess des Gestaltens selbst entstehen können und erst dann sichtbar werden. Gemeinsam können sie angeschaut werden und durch Assoziationen der Anderen zu einem erweiterten Verständnis führen.

Die Fortbildung ist in drei Module aufgeteilt. Jedes Modul enthält Selbsterfahrung, Methodik und Theorie.

Modul 1

  • Material- und Materialerfahrung, sensorische Qualität, gefühlshafte und bildnerische Symbolisierung
  • Farben und Farbwirkung, Farbkreis, Bedeutung und Symbolik
  • Das Initialbild und seine Bedeutung
  • Entstehung von Kinderzeichnung und zeichnerische Entwicklung, Abbildung dieser Bewegungsmuster in Erwachsenenbildern

Modul 2

  • Wahrnehmung von Formen und Raumsymbolik (z.B. Riedel)
  • Beziehung von Bildraum und Form
  • Bildbetrachtung: Analysekriterien
  • Subjektstufige und objektstufige Betrachtung
  • Austausch über Phänomene des Schöpferischen in Analogie zu den Entwicklungsschritten der menschlichen Entwicklung
  • Symbol und Symbolisierungsprozesse

Modul 3

  • Einführung in wichtige kunsttherapeutische Methoden wie Begleitendes Malen und Progressiv-thera-peutisches Spiegelbild (z.B. nach Benedetti) u.a.
  • Squiggle-Game nach Winnicott
  • Archetypische Vorstellungen, Traum und Imagination, Finalität und Spiritualität
  • Querverbindungen zum Sandspiel und zur Aktiven Imagination
  • Umsetzung der theoretischen Bezüge zur Analytischen Psychologie in der praktischen Arbeit
  • Verknüpfung mit Beispielen aus der Kunst und Psychopathologie (z. B. Prinzhorn)

Selbsterfahrung
Das schöpferische Prinzip geht von selbstregulativen Fähigkeiten des Menschen aus, seine Welt aktiv gestalten zu können. C. G. Jung sah in diesem Prinzip eine autonome Energie, die sich sowohl als Störung der rationalen Strukturen als auch dem Ich übergeordnete Instanz zeigen kann. Über das Gestalten wird ein bildhafter symbolischer Ausdruck gefunden, der unbewusstes Material sichtbar macht und das als reflektierbares Gegenüber erlebt werden kann. Im anschließenden Gespräch wird inhaltliches Verständnis erarbeitet und durch die anderen Gruppenteilnehmer amplifiziert.

Methodik
Bildnerische und plastische Erfahrung kann in unterschiedlichen Settings mit entsprechenden Vorgaben und speziell entwickelten Übungen initiiert werden. Im kreativen Spannungsfeld von Individuum, Gruppe, Therapeut und Gestaltung werden die interaktionellen und die persönlichen künstlerischen und verbalen Äußerungen im entsprechenden Kontext betrachtet und verstanden.

Theorie
Im Vordergrund stehen vor allem jene Konzepte Jungs, die sich auf das Malen aus dem Unbewussten, das Symbolverständnis und den Spielraum des Handelns beziehen, sowie zentrale Grundbegriffe der Analytischen Psychologie Jungs und seiner Nachfolger. Einblicke in die Theorie des "intermediären Raumes und des Übergangsobjektes" nach Winnicott erweitern das Verstehen von kreativem Handeln. Des Weiteren wird die Bildnerei der Geisteskranken (Prinzhorn) betrachtet und Bezüge zur modernen Kunst hergestellt.

Zertifizierung: Jedes Modul wird mit 40 Fortbildungspunkten durch die Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg zertifiziert. Die Ärztekammer erkennt das an.

Umfang der Fortbildung: 40 Unterrichtsstunden pro Modul, insgesamt 120 Unterrichtsstunden

Termine:
jeweils freitags 16.00 Uhr bis samstags 17.00 Uhr
Modul 1 abgeschlossen

Modul 2 
28./29.10.11
25./26.11.11
03./04.02.12 

Modul 3
20./21.04.12
22./23.06.12
14./15.09.12

Kosten: 600 Euro pro Modul, insgesamt 1800 Euro

Veranstaltungsort: C. G. Jung-Institut Stuttgart, Alexanderstraße 92, 70182 Stuttgart 

Leitung: Gabriele Mendetzki-Mack, Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Dozentin am C. G. Jung-Institut Stuttgart; Prof. Klara Schattmayer-Bolle, Kunst- und Gestaltungstherapeutin, Hochschule für Kunsttherapie Nürtingen

Anmeldung über die Geschäftsstelle:
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