Studium Akademie

Herzlich willkommen! 

Wir freuen uns über Ihr Interesse am staatlich anerkannten siebensemestrigen Studiengang für

Angewandte Psychologie 
Bachelor of Arts (B.A.)

Ein Studiengang der IB-Hochschule in Kooperation mit dem
C. G. Jung-Institut Stuttgart e.V.

 

Um was geht es?

Neben den üblichen Ausbildungsfächern in Psychologie bietet das Studium der Angewandten Psychologie eine spezielle Ausrichtung auf die praktischen Anwendungsfelder der Psychologie.

Es handelt sich um einen integrativen Studiengang unter besonderer Berücksichtigung der psychodynamischen, in kognitiv-behavioral und humanistischen Ansätze der Psychologie. Damit verbunden sind Themenbereiche wie Persönlichkeitsentfaltung, Bewältigung kritischer Lebensereignisse und Umgang mit schwierigen Lebenslagen, die Arbeit mit Ressourcen und unbewussten Potenzialen.

Der Studiengang Bachelor „Angewandte Psychologie“ (BA - Bachelor of Arts) ist als siebensemestriges Vollzeitstudium konzipiert und gibt Ihnen damit die Möglichkeit, 210 CP (Credit Points, ECTS) zu erwerben. Das Präsenzstudium ist in der Regel auf etwa drei gleiche Wochentage konzentriert. Wir legen besonderen Wert auf eine moderne Lernpsychologie und einen Unterricht, der aus Seminaren und Vorlesungen mit Diskussionen, Gruppenarbeit und der Anwendung moderner Medien besteht. Die Gruppengröße beträgt max. 30 Teilnehmer, was eine individuelle Betreuung und Förderung ermöglicht. Damit möchten wir neben dem Erwerb kognitiver und methodenbezogener Kompetenzen auch den Erwerb von sozialen und emotionalen Fähigkeiten, Selbsterfahrung und die Auseinandersetzung mit individuellen Biografien fördern.

Mit der Bezeichnung „Angewandte Psychologie“ wird das Ziel betont, die erfahrungsnahen und ressourcenorientierten Aspekte der Psychologie besonders zu berücksichtigen. Zugleich sind Module mit zentralen Inhalten der Pädagogischen und der Klinischen Psychologie wie Diagnostik, Krankheitsformen und Krankheitsbilder eingeplant. Das sich daraus ergebende Berufs- und Arbeitsmarktprofil zielt auf Beratung, Coaching, Entwicklung von Interventionen Einzelner, Gruppen und Organisationen, Institutionen und Unternehmen. 

Der Bachelor-Abschluss lässt sich mit vielen Berufen aus dem medizinischen, klinischen, pädagogischen und medialen Bereich kombinieren. 

 

Pionierarbeit!

Der Studiengang ist in dieser Konzeption unseres Wissens nach einzigartig. Unsere hochgesteckten Ziele, insbesondere was den Einbezug moderner Lernmethoden und integrativer, praxisorientierte Inhalte angeht, werden es mit sich bringen, dass von den Studierenden und den Dozenten in den ersten Jahren so etwas wie „Pionierarbeit“ und ein hohes Maß an Engagement und Eigeninitiative geleistet werden muss.

Damit verbunden sind für Sie aber auch kreative Freiräume, eine persönliche Studien- und Studienberatungssituation und aktive Mitgestaltungsmöglichkeiten.

Was sind die weiteren Vorteile? 

  • Studium an einer privaten Hochschule.
    Das bedeutet, dass wir uns verstärkt auf die Qualität der Ausbildung konzentrieren können (erlebnisorientierte Lernformen, kleinere Arbeitsgruppen, hoher Selbsterfahrungsanteil in Methoden und Verfahren, gute Studierendenberatung und -betreuung usw.).  
  • Praxisorientierte Inhalte
    Wir möchten einen wesentlichen Schwerpunkt der Studiengänge auf diejenigen Inhalte setzen, die einen konkreten Praxisbezug haben, sich in diesen Bereichen bewährt haben und gut anwendbar sind.
  • Praxiserfahrene Dozenten
    Die meisten unserer Dozenten sind „Praktiker“, also Psychologen/innen, Psychotherapeuten/innen und Ärzte/innen, die eine lange Erfahrung mit Klienten aus den verschiedensten Berufsfeldern und Lebensphasen haben (Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Ältere).
  • Integrativer Ansatz
    Wir sind der Auffassung, dass ein integratives, interdisziplinäres und kulturübergreifendes Denken erforderlich ist, um der bio-psycho-sozialen Ganzheit und Komplexität der Persönlichkeit des Menschen in der heutigen Zeit gerecht werden zu können und auf die Aufgaben der Zukunft vorzubereiten. Dementsprechend sollen sowohl Ansätze der Verhaltens- und Kognitiven Psychologie wie auch der Psychodynamischen (tiefenpsychologischen, psychoanalytischen) Psychologie, der Humanistischen Psychologie, der Integrativen Psychologie etc. eine angemessene Berücksichtigung finden. Auch existenzielle Fragestellungen der Sinnfindung, des Religiösen, der Lebenskrisen und der Grenzbereiche des Lebens sollen thematisiert werden.
  • Zeitgemäße Lernformen
    Wir sind bestrebt, unter Mitarbeit der Studierenden Lehr- und Lernformen zu entwickeln und zu verwenden, die den Erkenntnissen der Psychologie und der Lernpädagogik entsprechen. Darunter verstehen wird z. B. eigenverantwortliches, motivierendes, erfahrungs-, handlungs- und erlebnisorientiertes Lernen unter Einbezug moderner Medien (Lernsoftware, Internetnutzung, E-Learning, Diskussionsforen …), kreativer Gestaltungen und Selbsterfahrungsmöglichkeiten.

Modulplan

Neben üblichen Ausbildungsfächern in Psychologie bietet das Studium eine spezielle Ausrichtung auf die praktischen Anwendungsfelder der Psychologie. 

Eine besondere Berücksichtigung werden - neben der Verhaltens- und Kognitiven Psychologie -  die Bereiche der Tiefenpsychologie, der Analytischen Psychologie, der Humanistischen Psychologie und der Integrativen Psychologie finden. Damit verbunden sind Themenbereiche wie  Persönlichkeitsentfaltung, Kunst und moderne Medien; Arbeit mit unbewussten Potenzialen, wie z. B. Traum, Imagination und kreatives Gestalten.

Wir legen besonderen Wert auf eine am modernen Standard der Lernpsychologie und Erwachsenenpädagogik orientierte Unterrichtsdidaktik und -methodik: Vorlesungen mit Diskussionen, Gruppenarbeit, Anwendung moderner Medien und eine Vielzahl von praktischen Übungen und Selbsterfahrungsanteilen.

01 - Einführung in die Psychologie Wirkungsfelder und Methoden

Die Studierenden lernen die grundlegenden Gegenstände, Ziele, Strömungen, Theorien, Methoden und Teildisziplinen der Psychologie kennen. Sie gewinnen Einsicht in die historische Bedingtheit psychologischen Wissens und sind in der Lage, Zusammenhänge zu anderen Disziplinen zu verstehen. Schwerpunkt bildet eine integrative Sichtweise der verschiedenen Methoden und Richtungen. 

02- Bio-psychologische Grundlagen und sensorische Prozesse

Die Studierenden lernen die Zusammenhänge zwischen neurobiologischen, physiologischen und biochemischen Prozessen und menschlichem Erleben und Verhalten. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Kenntnis über Funktionen des Gehirns bei der Steuerung psychischer Prozesse. Sie kennen die Anatomie und Physiologie der für ihr Fachgebiet relevanten Körperstrukturen, können diese benennen, können auf dieser Grundlage pathophysiologische Abläufe erklären. Sie sind in der Lage, die Auswirkungen biologischer Prozesse auf die Entwicklung psychischer Prozesse sowie ihewe Störungen beispielhaft darzustellen. Sie können damit eine Brücke zu den Anwendungsfeldern der Psychologie zu schlagen und professionell Handlungsoptionen für mögliche Interventionen z. B. im Bereich der Prävention zu erschließen.  

03 - Allgemeine und Kognitive Psychologie

(Bewusstsein, Lernen, Gedächtnis, Denken, Sprache, Intelligenz, Emotion, Motivation)

Die Studierenden gewinnen über die Beschäftigung mit der Allgemeinen Psychologie als zentraler Teildisziplin der Psychologie einen Überblick über die allgemeinen psychischen Funktionen, mit denen alle Menschen sich in der Welt orientieren, Emotionen verarbeiten, Wissen erwerben und speichern: Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Bewusstsein, Wissen, Denken, Lernen, Problemlösung und Entscheidung, Intelligenz und Kreativität, Emotion, Motivation und Willen, Sprache und Sprechen, Funktionsweise und Bedeutung des Gedächtnisses. Die Studierenden lernen Methoden kennen, mit denen diese Funktionen erfasst und mit denen grundlegende und allgemein gültige Aussagen zu menschlichem Verhalten und Erleben gemacht werden. Sie lernen zudem, grundlegende Störungen dieser Funktionen und schädigende Bedingungen zu erkennen. Sie können die erlernten Zusammenhänge in verschiedenen Anwendungsfeldern der Psychologie wie Pädagogische Psychologie, Medienpsychologie, Gesundheitspsychologie etc. anwenden. 

04 - Entwicklungspsychologie

Die Entwicklungspsychologie als Teil der Psychologie beschreibt die allen Menschen gemeinsamen, allgemeinen Entwicklungen, Verläufe und Veränderungen des menschlichen Erlebens und Verhaltens ab der vorgeburtlichen Entwicklung bis zum Sterben, wobei jeweils typische Entwicklungsstufen mit typischen Konflikten, Bedürfnissen und Aufgaben angenommen werden. Die Studierenden sind in der Lage zu benennen, zu beschreiben und zu verstehen, wie ein Einzelner diese Phasen durchläuft und persönliche Faktoren wie genetische Ausstattung, familiäre Umgebung sowie geschichtliche, soziale, religiöse und kulturelle Kontexte in Wechselwirkung stehen. Darüber hinaus können sie aus Informationen über mögliche Störungen von Entwicklungen mögliche Konsequenzen ableiten.   

05 - Differentielle und Persönlichkeitspsychologie

Die Differentielle Psychologie und die Persönlichkeitspsychologie beschreiben die individuellen Unterschiede im Erleben und Verhalten von Individuen oder von Gruppen anhand einzelner psychologischer Merkmale und anhand überdauernder Eigenschaften. Die Studierenden kennen die Grundlagen der Differentiellen und Persönlichkeitspsychologie und können grundlegende Konzepte über Unterschiede zwischen Menschen (individuelle Unterschiede) und Gruppen (Gruppenunterschiede) innerhalb einer bestimmten Population verstehen und illustrieren. Sie kennen praktische Methoden der psychologischen Diagnostik und können diese auf ihre theoretischen Konzepte hin vergleichen.  

06 - Statistik und Grundlagen der empirischen Sozialforschung

Die Studierenden lernen die mathematisch-statistischen Grundlagen zur Planung, Durchführung und Auswertung empirischer wissenschaftlicher Untersuchungen.  

07 - Wissenschaftliches Arbeiten

Forschungsmethoden, Präsentation, Techniken, Dokumentation

Die Studierenden sind mit den Grundlagen wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens vertraut. Sie kennen das grundlegende Handwerkszeug der Forschung in der Psychologie und der angrenzenden Sozialwissenschaften, mit deren Hilfe man menschliches Verhalten und Erleben beschreiben, erklären und vorhersagen kann. Dies umfasst insbesondere die verschiedenen Mittel, Instrumente und Verfahren der Datenerhebung und Datenauswertung, aber auch grundsätzlicher Forschungsmethodiken. 

08 - Sozialpsychologie

Die Studierenden kennen die wesentlichen Konzepte und Theorien der Sozialpsychologie als empirischer Wissenschaft vom individuellen und kollektiven Erleben und Verhalten in Abhängigkeit von einer jeweils subjektiv vorgestellten oder subjektiv wahrgenommenen sozialen Situation. Sie sind in der Lage, das soziale Erleben und Verhalten von Individuen sowie das Funktionieren sozialer Systeme (etwa in Gruppen) theoriebezogen zu verstehen und darzustellen. Dies schließt ein, dass sie die Modelle auf verschiedene Anwendungsperspektiven beziehen können. 

09 - Vergleichende Kulturpsychologie

Kulturpsychologie untersucht menschliches Erleben und Verhalten in Situationen, in denen sich Menschen verschiedener kultureller Traditionen, Sitten, Rituale und Handlungsweisen begegnen und zusammenarbeiten. Relevant sind dabei die Analyse von Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Bewerten, Urteilen, emotionale Prozesse in ihren spezifischen Ausprägungen und Verläufen. Die Studierenden wissen, wie Gesellschaft, Kultur, Religion, Kunst und Psyche sich gegenseitig bedingen und wie aus dieser interagierenden Auseinandersetzung Erfahrungen entstehen, die den Menschen wiederum beeinflussen. Damit erweitern und vertiefen sie die Kenntnisse zu Inhalten und Problemfeldern aus den psychologischen Grundlagenfächern, besonders aus der Entwicklungspsychologie und der Sozialpsychologie unter besonderer Berücksichtigung von Kultur, Religion und Kunst und sind befähigt zu einem respektvollen Umgang mit anderen Menschen und Gruppen in multiethnischen Gesellschaften und bzgl. internationaler Zusammenarbeit. 

10 - Experimentelles Praktikum

Das Experiment in der Psychologie dient der Erforschung normalen menschlichen Erlebens unter kontrollierten Bedingungen durch Beobachtung des Objekts und ist an einem rational-empirischen Wissenschaftsverständnis orientiert. Die Studierenden wissen, dass die komplexen Bedingungen, unter denen in der Psychologie Daten erhoben werden, wie bei allen offenen, lebenden und lernenden Systemen nicht exakt kontrollier- und steuerbar sind. Sie lernen, psychologische Fragestellungen zu entwickeln und Untersuchungen zu konzipieren. Sie wissen und haben erfahren, dass die Versuchssituation die Versuchsperson und den Versuchsleiter in unvorhersehbarer Weise beeinflussen kann. 

11 - Organisationspsychologie

Die Organisationspsychologie untersucht das Erleben und Verhalten von Menschen in Arbeitssituationen und Organisationen, die Wechselwirkungen zwischen Organisation und Individuum und Fragen der Zusammenarbeit und der Konflikte in und zwischen Organisationen (Gruppen- und Teamarbeit, Vorgesetztenrolle und -verhalten, Kommunikations- und Interaktionsformen etc.). Die Studierenden lernen die Bedingungen, die das Erleben und Verhalten von Menschen in Organisationen beeinflussen und die Möglichkeiten, negative Bedingungen zu verändern, kennen. Sie können die Ziele und Methoden der Organisationpsychologie differenziert beschreiben, z. B. Verbesserung der Arbeitsmotivation und –zufriedenheit in Organisationen, Konflikt-, Krisen- und Stressmanagement in und zwischen Organisationen, Entwicklung der Organisationskultur innerhalb und zwischen Organisationen. 

12 - Pädagogische Psychologie

Die Pädagogische Psychologie befasst sich mit der Analyse, der Gestaltung, Optimierung und Evaluation von Erziehungs-, Unterrichts-/ Bildungs-/ Förderungs- und Sozialisationsprozessen in Familien, Organisationen, Gruppen, Gesellschaften. Die Studierenden kennen die grundlegenden Begriffe, Methoden und Anwendungsfelder der Pädagogischen Psychologie sowie die wichtigsten Theorien und empirischen Befunde des Fachgebiets und können deren wissenschaftliche und praktische Bedeutung einschätzen. Insbesondere lernen sie die Bedeutung der Familie und von Familienstrukturen sowie von Interaktionen im sozialen Umfeld und bezogen auf Lehren und Lernen einzuschätzen. Sie kennen die psychologischen Grundlagen lebenslanger Lern- und Bildungsprozesse und kooperativen Lernens und können ihr Wissen zur Analyse und Bewertung von Erziehungs-, Unterrichts-, Bildungs-, Förderungs- und Sozialisationsprozessen einsetzen. 

13 - Theorien und Modelle des Gesundheitsverhaltens

Gesundheitspsychologie beschäftigt sich mit Erforschung, Analyse und Beeinflussung des Krankheits- und Gesundheitserlebens  und -verhaltens. Die Studierenden lernen, dass Gesundheit sich auf die psycho-bio-sozialen Einheit des Menschen bezieht. Sie lernen unter Einbeziehung der Ergebnissen der Sozial-, Kognitions-, Emotions- und Motivationspsychologie das Erleben und Verhalten des Menschen in Bezug auf körperliche und psychische Gesundheit und Krankheit sowie auf Krankheitsbewältigung und gelingendes Lebensmanagement differenziert zu reflektieren. Sie lernen, Interventionsstrategien zur nachhaltigen Förderung von Gesundheit auf individueller und auf kollektiver Ebene zu entwickeln. 

14 - Psychologische Diagnostik und Testverfahren

Die Studierenden lernen, das Experiment als Instrument zur Erforschung menschlichen Verhaltens und Erlebens selber einzusetzen und machen Erfahrungen damit, wie Daten in der Psychologie gewonnen und ausgewertet werden. Die Studierenden führen ihre selbst entwickelte kleine Untersuchung durch und werten diese aus. Sie machen eigene Erfahrung mit dem Versuchsleiter- und dem Versuchspersoneneffekt sowie mit der Selbstbeobachtung. Sie lernen und erfahren, dass die im Gespräch kontrollierte Introspektion als experimentelle Methode verwendet werden kann und unter welchen Bedingungen sie zu verwertbaren Ergebnissen führt. 

15 - Berufspraktikum

Die Studierenden gewinnen einen Einblick in Tätigkeitsfelder mit psychologischem Bezug. Sie erwerben Kenntnisse über die Aufgabenstellungen der Einrichtungen, in denen die Praktikumstätigkeiten absolviert werden, sowie über die Gestaltung der jeweiligen Arbeitsprozesse. Sie entwickeln Perspektiven für das weitere Studium und die spätere berufliche Tätigkeit und können ihre Persönlichkeit außerhalb der Hochschule weiter entwickeln. 

16 - Lern-, Verhaltens- und psychodynamische Psychologie

Klinische Psychologie beschäftigt sich mit den biologischen, sozialen, entwicklungs- und verhaltensbezogenen sowie kognitiven und emotionalen Grundlagen psychischer Störungen und deren Auswirkungen auf das Verhalten und Erleben von Einzelnen und Gruppen. Die Studierenden sind in der Lage, die Unterschiede der verschiedenen Sichtweisen und Modelle innerhalb der wissenschaftlichen Psychologie über Entstehung, Aufrechterhaltung und Verlauf psychischer Störungen und psychisch mitbedingter Krankheiten zu erläutern sowie zeitgemäße Vorstellungen, Theorien und Behandlungsverfahren in den historischen und gesellschaftlichen Kontext des Umgangs mit psychischen Störungen einzuordnen. 

17 - Neurobiologie und Neuropsychologie

Die Neuropsychologie beschäftigt sich mit Biologie und Medizin gemeinsam mit physiologischen Prozessen und deren Auswirkungen auf psychische Prozesse. Die Studierenden kennen die Zusammenhänge zwischen neurobiologischen, physiologischen und biochemischen Prozessen und menschlichem Erleben und Verhalten. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Kenntnis über Funktionen des Gehirns bei der Steuerung fundamentaler psychischer Prozesse. 

18 - Beratungspsychologie und Psychoedukation

Beratungspsychologie und Psychoedukation befassen sich mit der Vermittlung von Informationen über psychische Abläufe und Störungen beim Einzelnen und in sozialen und pädagogischen Systemen, insbesondere  Analyse, Gestaltung, Optimierung und Evaluation von Sozialisations-, Erziehungs-, Unterrichts-/ Bildungsprozessen. Die Studierenden können Diagnosen erstellen für Kinder, Jugendliche, Eltern, Lehrende und Lernende aus unterschiedlichen Milieus bzgl. Intelligenz, Hochbegabung, Leistungs- und Lernschwächen und -behinderungen, Schulfähigkeit, Mediennutzung u.a. Sie sind außerdem in der Lage, Verhaltensstörungen und Ängste bei allen an Sozialisations- und Lernprozessen Beteiligten zu diagnostizieren, deren Ursachen im Einzelnen und im Umfeld zu analysieren. Sie können entsprechende Fördermaßnahmen zum Abbau von Angst und Aggression und zur Entwicklung von Selbstwirksamkeit und emotionaler und sozialer Kompetenz konzipieren, durchführen und evaluieren. 

19 - Psychologie der Kindheit

Das Modul beschäftigt sich vertieft mit den psychologischen Entwicklungs-, Wachstums- und Reifungsphasen oder -stufen und den zu erfüllenden Entwicklungsaufgaben des Kindes sowie den möglichen Störungen der Entwicklung und deren Prävention durch die Gestaltung der Lebenswelten von Kindern in der zeitgenössischen Gesellschaft. Sie erwerben auf die Phase der Kindheit bezogene diagnostische und interventionsbezogene Kenntnisse.

20 - Krankheitsverhalten und Stressmanagement

Angesichts der hohen Zahl psychischer Störungen und der davon betroffener Bezugspersonen ist die Beschäftigung mit der Klinischen Psychologie und Psychopathologie grundlegend. Die Studierenden lernen die störungsbezogenen Grundlagen der Klinischen Psychologie und der Psychiatrie kennen. Sie kennen die wichtigsten Symptome psychischer Störungen und deren Einordnung in Klassifikationssysteme und verstehen die Modelle über deren Entstehung und Aufrechterhaltung.  

21 - Methoden der Selbsterfahrung

Im Mittelpunkt dieses Moduls stehen die verschiedenen psychologischen Methoden, insbesondere diejenigen, die unbewusste psychische Vorgänge sowohl im Hinblick auf ihren diagnostischen Wert, als auch auf ihre Ressourcen, ihr heilendes und ihr kreatives Potenzial nutzen. Die Studierenden sollen die Methoden sowohl theoretisch erlernen wie auch praktische Erfahrungen mit den Methoden und deren Wirkungen direkt und persönlich an sich selbst machen. 

22 - Psychologie des Jugendalters

Das Modul beschäftigt sich vertieft mit den Veränderungen und Spezifika des Erlebens und Verhaltens im Jugendalter, beginnend in der frühen Adoleszenz und bezieht die Berufs- und Identitätsfindung sowie die Entwicklung der Sexualität und erste Partnerbeziehungen mit ein. Die Studierenden verfügen über vertiefte Kenntnisse der Entwicklungspsychologie und der Ressourcen des Jugendalters, der möglichen Störungen und Krisen sowie diagnostischer Methoden und Methoden der Intervention bis zur Spätadoleszenz.

23 - Psychologie des Erwachsenenlebens

Arbeit und psychische Gesundheit

Die Arbeitspsychologie untersucht das Erleben und Verhalten von Menschen in Arbeitssituationen mit dem Ziel, die Arbeitszufriedenheit und die physische und psychische Gesundheit der Arbeitenden zu fördern. Die Studierenden kennen die unterschiedlichen sozialpsychologischen, sozioökonomischen, soziokulturellen und systemischen Faktoren, die das Erleben und Verhalten von Menschen im Arbeitsalltag bestimmen. Sie kennen die Bedeutung, Risiken und Ressourcen der Arbeit für unterschiedliche Menschen bzw. Persönlichkeitsstrukturen. Sie können Maßnahmen zur Förderung positiver Settings, zur Förderung von Selbstfürsorge und von Kohärenz am Arbeitsplatz erarbeiten, reflektieren, initiieren und evaluieren. 

24 - Psychologie des Erwachsenenlebens

Partnerschaft, Familie, Freizeit, Engagement, Sinn

Das Modul beschäftigt sich mit den (neben der Arbeit, vgl. Modul 23) typischen Aufgaben der individuellen, familiären, sozialen und  Lebensführung und -gestaltung im Erwachsenenalter, deren Komplexität, Grenzen und Möglichkeiten. Die Studierenden können zentrale Themen Fragen, Krisen und Konflikte der familiären und sozialen Lebensgestaltung und der Individuation in den verschiedenen Phasen des Erwachsenenlebens kritisch rezipieren und referieren. Sie können die aktuellen Diskussionen, wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen und Programme zu Entwicklungsaufgaben im Erwachsenenalter, gesunder Lebensführung und zur Entstehung von Erkrankungen auf zugrundeliegende Menschenbilder, psychologische Theorien und Ideologien hin vergleichen. 

25 - Gerontopsychologie

Die Gerontologie und Gerontopsychologie befassen sich mit dem Alterungsprozess des Menschen und dem Verhalten und Erleben sowie der Beeinflussbarkeit dieser Aspekte. Die Studierenden lernen die unterschiedlichen Aspekte des gerontologischen Wissens aus dem medizinischen, soziologischen und psychologischen Forschungsbereich kennen. Sie werden sensibilisiert für das individuelle menschliche Altern und seine bio-psycho-sozialen Aspekte und lernen, Menschen im Alter sowie deren Angehörige und Institutionen zu hilfreichen Copingstrategien zu motivieren. Zudem werden sie zur Auseinandersetzung mit den psychologischen Auswirkungen der Palliation befähigt und sind in der Lage, generationsbezogene Konflikte zu verstehen und integrativ zu handeln. 

26 - Psychosomatik 

Die Psychosomatik geht von der psycho-somatischen Verbundenheit von seelischen und körperlichen Aspekten des Menschen aus und betrachtet die psychischen Fähigkeiten und Reaktionen und die sozialen Verhältnisse in ihrer Verflechtung mit den körperlichen Vorgängen. Die Studierenden lernen, dass es keine zwangsläufige Kausalität, sondern komplexe Wechselwirkungen zwischen psychischen und somatischen Erkrankungen gibt. Und sie lernen das Spektrum der psychosomatischen Erkrankungen kennen. 

27 - Integration psychotherapeutischer Methoden

Psychotherapie ist eine Multidisziplin aus psychologischen, medizinischen, naturwissenschaftlichen und sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlichen Fächern.  Die Studierenden haben ein breites Wissen darüber, in welcher Weise Methoden und Fragestellungen der verschiedenen Disziplinen Einfluss auf die Forschung und auf die Praxis der Psychotherapie gefunden haben. Sie kennen wesentliche Ergebnisse der Psychotherapieforschung und können diese diskutieren. Sie können integrative und störungsspezifische Ansätze in der ambulanten und stationären Einzel- und Gruppenpsychotherapie unterscheiden und diskutieren sowie differenzielle Indikationen stellen. Sie können Stellung nehmen zur Ausbildung von Psychologischen Psychotherapeuten in anerkannten wissenschaftlichen Verfahren und zur Frage der  Mehrfachweiterbildungen von Psychotherapeuten. 

28 - Forschungs-Kolloquium

Die Studierenden können modulübergreifende Zusammenhänge der Psychologie darstellen. Hierzu verfügen sie über ein breites Grundlagenwissen im Fachgebiet. Sie sind in der Lage, methodische Ansätze und fachliche Interpretationen der Ergebnisse aus der Bachelorarbeit angemessen zu vertreten. 

29a - Wahlpflichtmodul: Ernährung

Psychologische Intervention: Ernährung

Die Studierenden verfügen über vertiefte biologisch-physiologische, kulturell-soziale und psychologische Kenntnisse im Bereich der Ernährung, der Ernährungsstörungen und des gestörten Essverhaltens. Sie verfügen über die spezifischen diagnostischen Kenntnisse und können Interventionen planen. Sie können etwa für eine Gruppe Kinder oder Jugendlicher mit beginnender Ess-Störung angemessene Schritte zur Diagnostik und zur Veränderung ihres Ernährungs- und Essverhaltens und zur langfristigen Förderung der psychischen und physischen Gesundheit ausarbeiten und präsentieren. 

29b - Wahlpflichtmodul: Kriminalpsychologische Beratung

Psychologische Intervention:  Kriminalpsychologische Beratung

Die Studierenden befassen sich mit Ursachen der Kriminalität und können Faktoren feststellen, die eine Person zum Täter machen. Im  Mittelpunkt steht dabei die Beratungsfähigkeit im Sinne des Opferschutzes und der Opferhilfe. In der Viktimologie wird nach der Rolle des Opfers im Kriminalitätsentstehungsprozess geforscht. Im Bereich der Viktimologie erhalten die Studierende Einblick in berufsspezifische Felder des Opferschutzes sowie Interventionen im Rahmen der Opferhilfe für Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen, die von Gewalt und Notfällen direkt oder indirekt betroffen sind, um Opfern als direkt Betroffenen als auch an indirekt Betroffenen wie Angehörigen, Augenzeugen, Zuschauer, aber auch Helfern und Mitarbeitern von Hilfsorganisationen psychologische Unterstützung zu geben. 

29c - Wahlpflichtmodul Abhängigkeitserkrankungen

Psychologische Intervention:  Abhängigkeitserkrankungen

Die Studierenden verfügen über grundlegende Kenntnisse über psychische, partnerschaftliche, lebensgeschichtliche, soziokulturelle und Faktoren im Bereich der substanzgebundenen und der nicht substanzgebundenen Abhängigkeitserkrankungen und können sowohl Ursachen wie auch Bedeutung der Erkrankungen für Betroffene und für das familiäre und soziale Umfeld analysieren. Sie kennen die aktuellen Interventionsmethoden zur Gesundheitsförderung und zur Prävention und zur Rehabilitation von Abhängigkeitserkrankungen und können diese konzipieren, einleiten, begleiten und evaluieren. 

Bachelorarbeit

Die Studierenden bearbeiten unter Anleitung ein Problem in einem Spezialgebiet der Psychologie mit den wissenschaftlichen Methoden des Faches eigenständig. Dazu gehört die Formulierung einer Fragestellung, die Recherche der relevanten Literatur, die Auswahl einer geeigneten Forschungsmethode, die Erhebung der Daten und Interpretation der Ergebnisse sowie das Verfassen einer Studienabschlussarbeit (Bachelorarbeit) mit hohen inhaltlichen und formalen Anforderungen.

Kosten

Studiengebühren: 585 Euro pro Monat 
Immatrikulationsgebühr: 330 Euro (einmalig)
Prüfungsgebühr: 690 Euro (einmalig zum Abschluss)

Infotag - Information und Gespräche

Freitag, den 01.07.2016, Cottastraße 18a,12.30 Uhr

Freitag, den 22.07.2016, Tübinger Str. 21, 12.30 Uhr

Freitag, den 16.092016, Cottastraße 18a, 12.30 Uhr

Anmeldung: 0711 6788534
info@psychologie-studium.eu 
Anette Müller, Prof. Dr. Lutz Müller